|
Im Folgenden werden die gebräuchlichsten
Verhütungsmethoden mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen kurz dargestellt:
Die Pille
Verschiedene Pillenarten
1.
Kombinationspräparate
enthalten neben Östrogenen auch
Gestagene.
Sie verhindern den Eisprung, verändern
die Gebärmutterschleimhaut, damit sich kein Keimbläschen einnisten kann.
Ebenso verfestigen sie die Schleimbarriere im Gebärmutterhals und
erschweren den Spermien das Durchdringen.
Es gibt 4 Gruppen von
Kombinationspräparaten:
-
Einphasenpräparate: Die
Dragees erhalten jeweils die gleiche Hormonmenge.
-
Zweiphasenpräparate: Der
Gestagengehalt wird in der 2.Phase erhöht.
-
Dreiphasenpräparate:
Sie sind
dem natürlichen Hormonzyklus des Körpers am besten angepasst und enthalten
Dragees in 3 unterschiedlichen Hormonkonzentrationen.
-
Sequenzpräparate: Sie
imitieren ebenfalls die natürlichen Hormonschwankungen im Körper.
Die ersten 6-7 Dragees enthalten
nur Östrogene, danach kommen Gestagene dazu. Bei fast allen Kombinationspräparaten
wird nach 21 oder 22 Einnahmetagen eine Einnahmepause von 6 oder 7 Tagen
eingehalten, in der die Blutung einsetzt.
Vorteile: Sichere Verhütungsmittel,
einfache Anwendung, günstig zur Zyklusregulation, verbessert oder verhindern
Regelbeschwerden, einige Pillen haben eine günstigen Einfluss auf die Haut, die
Anwendung ist über einen langen Zeitraum möglich.
Nachteil: Nebenwirkungen
sind möglich, treten jedoch selten auf, erhöhtes Risiko für da Auftreten von
Gefäßverschlusskrankheiten (Thromboembolien).
Für Raucherinnen vor allem ab
einem Alter ab 35 Jahre sind diese Pillen im Allgemeinen nicht geeignet.
2.
Monopräparate ,sogenannte „Minipillen“
Sie enthalten nur ein Gestagenpräparat, das bewirkt, dass
die Gebärmutterschleimhaut kein Ei aufnehmen kann und der Schleim des Gebärmutterhalses
sich verfestigt.
Vorteile: Der niedrige
Hormongehalt ermöglicht auch Frauen mit Risiken im Herz-Kreislauf-System, diese
Pillen anzuwenden.
Nachteile: Die Einnahme
muss sehr pünktlich erfolgen, bereits nach 3 Stunden verspäteter Einnahme ist
die Sicherheit nicht mehr gewährleistet. Häufig treten unregelmäßige
Blutungen auf.
zurück
zum Seitenanfang
Das Implantat
Ein kleiner Kunststoff-Stäbchen wird in die Haut der
Innenseite des Oberarmes eingesetzt. Diese gibt über eine Zeit von 3 Jahren ein
Gestagen ab, das wie die Minipille wirkt.
Vorteile: Sicheres Verhütungsmittel,
kein
Einnahmefehler möglich.
Nachteile: Es muss vom Arzt in örtlicher Betäubung
eingesetzt und nach 3 Jahren wieder entfernt werden. Häufig sind
Blutungsunregelmäßigkeiten.
zurück
zum Seitenanfang
Die
Dreimonatsspritze
Sie ist ein Hormondepotpräparat. Aus einem Hormondepot im
Gewebe des Körpers wird über 3 Monate ein Gestagen abgegeben, das den
Zervixschleim verfestigt, den Eisprung verhindert und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut
beeinflusst.
Vorteile: Sicheres Verhütungsmittel,
es sind keine
Einnahmefehler möglich.
zurück
zum Seitenanfang
Die Spirale –IUP
(intrauterin Pessar)
Es gibt:
 |
Kupferspiralen |
 |
Hormonspiralen |
Spiralen werden in unterschiedlichen Größen angeboten.
Welche Größe für die jeweilige Patientin geeignet ist, kann der Frauenarzt
durch eine Ultraschalluntersuchung feststellen.
Die Kupferspiralen wirken auf die Gebärmutter und Scheide
so, dass Spermien nicht überleben können bzw. nicht befruchtungsfähig sind.
Die Hormonspiralen haben den gleichen Effekt wie das
Gestagen der Minipillen.
Die Spirale muss vom Frauenarzt eingelegt werden.
Der günstigste
Zeitpunkt ist während er Menstruationsblutung. Halbjährlich ist eine
Lagekontrolle mittels Ultraschalluntersuchung zu empfehlen. Je nach Modell kann
die Spirale 3-5 Jahre in der Gebärmutter bleiben.
Vorteile: Langfristiger, ziemlich sicherer
Schutz, kein Einnahmefehler ist möglich.
Nachteile: Verstärkte Blutungen bei Kupferspiralen
(bei Hormonspiralen vermindert sich dagegen längerfristig die Blutungsstärke), erhöhte Entzündungsgefahr, Spiralen
sind nicht geeignet für Frauen, die bereits Eileiterentzündungen oder eine
Eileiterschwangerschaft hatten.
zurück
zum Seitenanfang
Kondome
Kondome gehören zu den ältesten Verhütungsmitteln. Sie gewährleisten
nicht nur eine Empfängnisverhütung, sondern schützen ebenso vor sexuell übertragbaren
Krankheiten.
Sie bestehen aus hauchdünnem elastischem Material, meist
aus Latex. Es gibt auch latexfreie Kondome.
Vorteile: Einfaches gut verfügbares, relativ
billiges Verhütungsmittel, das einen gewissen Schutz vor sexuell übertragbaren
Erkrankungen gewährt.
Nachteile: Nur mäßige Sicherheit.
zurück
zum Seitenanfang
Weitere Verhütungsarten:
Spermizide: Sie werden als Gel, Schaum oder Scheidenzäpfchen
vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und können die
Samenzellen abtöten
Scheidendiaphragma: Es ist eine Gummikappe,
die in die
Scheide eingelegt werden muss.
Portiokappen: Sie müssen ebenfalls wie das
Scheidendiaphragma in die Scheide eingesetzt werden und genau über die Portio
gestülpt werden.
Temperaturmethode: Durch Messung der morgendlichen
Aufwachtemperatur können fruchtbare und unfruchtbare Tage herausgefunden
werden.
Kalendermethode: Sie geht davon aus, dass der fruchtbare
Zeitraum zwischen dem 19. und 12. Tag
vor der nächsten Monatblutung begrenzt sein soll.
Zykluscomputer: Sie speichern die morgendliche
Aufwachtemperatur. Zusätzlich ist bei einigen Modellen auch die Beurteilung des
Zervixschleims und die Hormonbestimmung aus dem Urin möglich.
Coitus interruptus: kurz vor dem Samenerguss wird der
Geschlechtsverkehr unterbrochen.
Die unter „Weitere
Verhütungsarten“ aufgeführten Methoden sind besonders wegen ihrer
geringeren Sicherheit nicht vorrangig für eine konsequente Verhütung zu
empfehlen.
zurück
zum Seitenanfang
Neue Verhütungsmöglichkeiten:
Der NUVA-Ring:
Der NUVA Ring wird in die Scheide eingelegt und wirkt ähnlich der
Pille. Jeder Ring enthält wie die Pille zwei weibliche
Sexualhormone. Die Gegenanzeigen entsprechen denen der Pille.
Der NUVA Ring wird von der Frau selbst ähnlich wie ein Tampon in die Scheide
eingeführt und genau 3 Wochen nach dem Einführen wieder entfernt. Nach einer
Woche Pause in der die Entzugsblutung eintritt, wird ein neuer Ring eingelegt.
Bei erstmaliger Anwendung sollte der Ring zwischen dem 1. und 5. Zyklustag
eingeführt werden. Die Sicherheit ist wie bei der Pille
hoch.
Evra- Das
Verhütungspflaster (seit August 2003 erhältlich): Drei Wochen lang wird 1x pro
Woche ein Verhütungspflaster auf die Haut geklebt; die 4. Woche ist
pflasterfrei. In dieser Zeit kommt es zur Abbruchblutung. Die Sicherheit ist
vergleichbar der Pillensicherheit.
3-Monatsspritze - Noristerat: Eine weitere 3-Monatsspritze ist auf dem
Markt, bei der es zu einer Einflußnahme auf das Gewicht kommen soll und nach
Absetzen der Spritze bei Kinderwunsch eine Schwangerschaft schneller eintreten
soll als bei Depot-Clinovir. Im Gegensatz zum Depot-Clinovir muß die neue
3-Monatsspritze jedoch die ersten 4x bereits nach 8 Wochen injiziert werden.
Auch kommt es zu regelrechten, leichten Abbruchblutungen.
zurück
zum Seitenanfang
|